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Thomas Braun und Georg von Wyss am 27.02.2015

Passive Anlagen wie Indexfonds und ETFs sind nur die zweitbeste Lösung

Kommentare: 9

Passives Investieren via Indexfonds und ETFs erlebt einen regelrechten Boom. Dafür gibt es gute Gründe, aber passives Investieren ist nur die zweitbeste Lösung. Wir beschreiben die beste Lösung in diesem Artikel – sie wird niemanden überraschen...

Am 31. August 1976, also vor bald 40 Jahren, lancierte der Amerikaner John Bogle mit dem Vanguard 500 Index Fund den ersten Indexfonds der Geschichte. Damit war das passive Investieren geboren. Es ahnte damals wohl kaum jemand, wie erfolgreich dieser Ansatz einmal sein würde.

Die Idee ist bestechend einfach. Anstatt aktiv Aktien auszusuchen, bildet man einen Index nach, indem man alle in ihm enthaltenen Titel  gemäss ihrer Gewichtung hält. So investierte Bogle für seinen Vanguard 500 Index Fund einfach in alle Aktien des Standard & Poor‘s 500 Index, dem von amerikanischen Investoren am häufigsten verwendeten Aktienindex. Er enthält die 500 bedeutendsten US-Aktien und deckt 75-80% der Börsenkapitalisierung aller amerikanischen Firmen ab.

Durch das passive Investieren entfallen die Kosten für eine teure Analyseabteilung. Grosse Indexfonds kommen daher heute auf Managementgebühren von 0.1-0.4% pro Jahr und damit deutlich weniger als die 1-2% für aktiv verwaltete Fonds. Auch die Transaktionskosten sind sehr tief, da Käufe und Verkäufe nur bei Zeichnungen und Rückgaben von Fondsanteilen erfolgen oder wenn sich die Zusammensetzung des abgebildeten Index verändert.  Ein weiterer Vorteil von Indexfonds besteht darin, dass man relativ sicher sein kann, Jahr für Jahr weitgehend die gleiche Rendite zu erzielen wie der entsprechende Index. Vor ein paar Jahren wurden sogenannte Exchange Traded Funds, kurz ETFs, eingeführt. Wenn sie genau gleich wie Indexfonds investieren, was die Regel ist, zählen sie ebenfalls zu den passiven Vehikeln. Sie haben den Vorteil, dass sie jederzeit an einer Börse ge- und verkauft werden können.

Passive Anlagen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. So stieg der Anteil der an der Schweizer Börse gehandelten ETFs auf Aktien am gesamten Volumen der in der Schweiz zugelassenen Aktienfonds von 9.6% bzw. CHF 21.7 Milliarden im Jahr 2009 auf 14.1% bzw. CHF 47.5 Milliarden im Jahr 2014. Für die USA schätzt man, dass bereits rund ein Drittel aller institutionellen Gelder (wie Pensionskassen und Versicherungen) passiv angelegt sind.

In den letzten Jahren hat sich der Trend noch verstärkt, wie untenstehende Grafik zeigt. So mussten in den USA die aktiv verwalteten Aktienfonds seit 2007 Geldabflüsse von mehreren hundert Milliarden hinnehmen (grün), während Indexfonds (orange) und ETFs (blau) entsprechend zulegten.

 

Kumulative Zu- und Abflüsse in Indexfonds, ETFs und aktiv verwaltete Fonds, US-Aktien in USD Mrd., monatlich

 

Equity-vs-ETF

Quelle: The Investment Company Institute

 

Die Gründe für dieses Anlegerverhalten sind einleuchtend. Wie unzählige Studien über das Abschneiden von aktiv verwalteten Fonds gezeigt haben, werfen die meisten Renditen ab, die pro Jahr 1-2%-Punkte unter dem vergleichbaren Index liegen. In der Regel ahmen ihre Manager aufgrund von Karriererisiko und anderen typischen Verhaltensmustern (siehe den Blogeintrag vom 20.12.2013) ohnehin nur den Index nach und erzielen deshalb vor Kosten in etwa die gleiche Rendite. Die relative Underperformance ihrer Fonds lässt sich durch deren „Total Expense Ratio“, auch TER genannt, erklären, welche die Verwaltungskosten im Verhältnis zum Nettovermögen misst. (Übrigens berücksichtigt die TER die Ausgabeaufschläge zur Finanzierung eines oft aufwendigen Vertriebsapparats nicht, welche die Rendite für den Anleger weiter reduzieren.) In unserem Blogeintrag vom 25.9.2013 „Der langfristige Leistungsausweis von Fonds ist ein Indikator für zukünftige Outperformance“ haben wir gezeigt, dass von den 359 in der Schweiz zum Vertrieb zugelassenen globalen Aktienfonds, welche aus einer Gesamtheit von rund 1‘600 Fonds einen 10-jährigen Leistungsausweis haben, die grosse Mehrheit schlechter als der MSCI World Index abgeschnitten hat, wobei die Rendite im Durchschnitt um 1.4%-Punkte pro Jahr unter jener des MSCI gelegen lag.

Da die Kosten bei Indexfonds deutlich tiefer sind, ist ihre Performance über einen längeren Zeitraum fast sicher besser als der Durchschnitt der aktiv verwalteten Fonds. Nehmen wir an, Sie hätten vor 30 Jahren CHF 1’000 in einen Welt-Aktien Indexfonds mit jährlichen Kosten von 0.2% investiert. Ihr Vermögen würde heute rund CHF 6’190 betragen (durchschnittliche Jahresrendite 6.27%). Hätten Sie die CHF 1‘000 in einen aktiv verwalteten Fonds mit einer TER von 1.4% investiert, der vor Kosten genauso gut rentiert hätte wie der Index,  dann wären sie auf CHF 4’420 gekommen (jährliche Rendite 5.08%). Dank der Kosteneinsparung von 1.2%-Punkten pro Jahr wäre Ihr Vermögen heute rund 40% höher, wenn Sie in den Indexfonds investiert hätten.

Heisst das nun, dass man all sein Geld nur noch in Indexprodukte investieren sollte? Die Antwort lautet: Jein. Es ist sicher besser, in einen Indexfonds zu investieren statt in einen herkömmlichen aktiven Fonds mit relativen hohen Kosten, der letztlich nur den Index nachahmt. Ist man aber einigermassen sicher, einen Fonds gefunden zu haben, der den Index über die Zeit schlägt, dann ist dies die beste Lösung.

Das Problem dabei ist, dass man nur schwerlich Fonds findet, die langfristig den Index schlagen, weil es nur wenige davon gibt, wie eine jüngere Studie über die Periode von 1984 – 2006 von Eugene Fama und Kenneth French bestätigt. Das macht Indexfonds zu sehr attraktiven Alternativen für jene, die keinen guten Manager kennen und denen die Zeit fehlt, einen solchen zu suchen.

Nimmt man einfach jene Fonds, die im vergangenen oder den letzten paar Jahren besonders gut rentiert haben, dann erlebt man oft Enttäuschungen. Der Grund dafür liegt in den Gesetzen der Statistik: Weil das Anlagefondsuniversum sehr gross ist,  gibt es allein aus  Gründen des Zufalls – auch über längere Zeiträume – immer einige wenige Gewinner. Doch diese Zufallsgewinner schneiden anschliessend oft besonders schlecht ab.

Allerdings gibt es Fonds, die über derart lange Zeit derart gut rentiert haben, dass Können und nicht Zufall hinter dem Erfolg stehen muss. Interessanterweise und für uns beruhigend ist die Tatsache, dass sich überdurchschnittlich viele Value-Fonds darunter befinden. Jeremy Siegel zeigt in seinem lesenswerten Buch „Langfristig investieren“, dass von den 86 amerikanischen Aktienfonds, welche die Zeitspanne von 1972-2012 überlebt haben, der Sequoia Fund auf Rang eins rangiert mit einer jährlichen durchschnittlichen Rendite von 14.2% (S&P 500 Index +10.1%). Dieser Fonds wird von Bill Ruane geführt, einem Schüler von Benjamin Graham, dem Vater des Value Investing. Unter den anderen neun der Top 10 befinden sich weitere vier Value-Fonds auf den Rängen zwei, vier, sechs und sieben. Das ist auffällig, weil es wesentlich mehr Growth- als Value-Fonds in den USA gibt.

Es gibt Hinweise darauf, dass es sich in der Schweiz ähnlich verhält. So gibt es unter den rund 65 globalen Aktienfonds, die wie unser Classic Global Equity Fund seit über 17 Jahren bestehen, nur eine Handvoll Value-Fonds, von denen nur vier eine vernünftige Grösse aufweisen: der Classic Global Equity Fund, der Acatis Aktien Global, der Tweedy Browne International Value Fund (CHF) und der GAM Global Diversified. Diese vier belegen jedoch die Ränge zwei (Classic Global),  vier, sechs und sieben, wenn man die Performance vom 16.12.97 bis 24.2.15 rechnet!

Offensichtlich haben Nicht-Value-Fonds über lange Zeiträume ebenfalls überdurchschnittliche Renditen erzielt. Das wirft die interessante Frage auf, was diese Manager mit den erfolgreichen Value-Managern gemeinsam haben, wenn nicht den Anlagestil. Leider können wir die Frage nur auf Basis von sehr limitiertem Wissen beantworten und sicher nicht abschliessend. Die Top-Performer auf Siegels Liste arbeiteten immer für unabhängige und oft kleinere Firmen. Wenn sie, wie Peter Lynch bei Fidelity (Rang 3), in einer grossen Organisation tätig waren, dann genossen sie sehr viel Freiheit, um Ihre eigene Anlagestrategie umsetzen zu können. Zudem haben sie diese Strategie klar kommuniziert. Wir denken, ein Investor sollte diese Charakteristiken bei jedem aktiven Fonds suchen.

Der Vorteil der Value-Investoren ist, dass sie neben dem eigenen Können von einer systematischen Gewinnmöglichkeit des Markts profitieren. Sie nutzten den Umstand aus, dass der Markt und einzelne Segmente davon dazu neigen, immer wieder nach oben und nach unten zu übertreiben (lesen Sie dazu den Blogeintrag vom 30.11.2013: „Der Wirtschaftsnobelpreis und Value-Investing – die grundlegenden Prinzipien akademisch belegt“). Wenn man in den Index investiert, dann macht man diese Blasen und Panikphasen automatisch vollumfänglich mit. Investiert man jedoch systematisch in fundamental unterbewertete Aktien, dann vermeidet man diese Überbewertungen und profitiert davon, dass unterbewertete Aktien über die Zeit wieder eine faire Bewertung erreichen. Langfristig resultiert daraus eine Mehrrendite gegenüber dem Gesamtmarkt: die sogenannte Value-Prämie.

Sehr viele akademische Studien haben die Existenz der Value-Prämie immer wieder aufs Neue bestätigt, wie untenstehende Tabelle zeigt. In diesen Studien werden die Renditen von fundamental besonders tief bewerteten Value-Aktien mit fundamental besonders hoch bewerteten Wachstums-Aktien verglichen (in der Regel die 20% höchst- bzw. tiefstbewerteten Aktien). Die Value-Prämie gegenüber dem Gesamtmarkt, d.h. dem Index, ist somit in etwa halb so hoch wie die Prämie von Value gegenüber Growth.

 

Akademische-Studien

 

Insgesamt sind gut geführte Value-Fonds ein bewährtes Instrument, die oben gezeigte langfristige Value-Prämie zu realisieren. Als rationaler Anleger sollte man darauf nicht verzichten.

–Thomas Braun & Georg von Wyss

Kommentare: 9

  • Arthur Pichler am 28.02.2015 um 01:16

    Guten Tag Herr Braun und Herr von Wyss

    Wer sich mit dem Durchschnitt zufrieden gibt, hat auch nicht mehr „verdient“ als der Durchschnitt.

    Mit ETF`s wird ein Investor nicht schlechter als der Index abschneiden, er beraubt sich aber auch der Chance, besser als dieser abzuschneiden.

    Meiner Meinung nach ist der Value Investment Still, langfristig gesehen, tatsächlich die überlegene Investitionsstrategie, für mich aber nicht geeignet, erlauben Sie mir dazu eine kurze Metapher um dies näher zu erläutern.

    Bei einem Formel-1-Rennen würde es mir auch nichts nützen, wenn ich bewiesenermassen den schnellsten Formel-1 Wagen gegenüber der Konkurrenz hätte, denn ich könnte aus diesem Wagen nicht die optimale Leistung herausholen, da mir schlichtweg das Können fehlt dieses Geschoss zu beherrschen, mit grösster Wahrscheinlichkeit würde ich als letzter durchs Ziel kommen, wenn überhaupt.

    Rational und Intelligent wäre es, wenn ich Lewis Hamilton den Wagen für mich fahren liesse, er würde meine Chancen dramatisch erhöhen, das Rennen zu gewinnen.

    Deswegen habe ich mich für den Classic Global Equity Fund entschieden, der Value Anlagestill ist das eine, weit wichtiger sind aber Sie, meine Herren, die diesen Anlagestill auch beherrschen. Das Ziel der meisten Investoren ist es ja generell günstige Aktien zu kaufen um sie später teuer zu verkaufen, das gelingt aber den Allerwenigsten.

    Für mich hat Ihr Team in den Jahren 2009 ihr wahres Können unter Beweis gestellt, indem Sie den Classic Global Equity Fund, dank konsequenten Vorgehens, wieder auf die Strecke brachten, nachdem er in den Jahren 2007/08, durch starken Regenfall, in einer scharfen Rechtskurve von der Piste kam, um bei meiner Metapher zu bleiben.

    In solchen extremen Situationen, welche naturgemäss immer passieren können, unterscheiden sich der Profi vom Amateur und der gute Fahrer vom exzellenten Fahrer.

  • Weber Marcel am 28.02.2015 um 14:02

    Guten Tag,
    Indexfonds zu kaufen, sind ein klarer Indix, dass man „seine“ Fondmanager noch nicht gefunden hat,oder den Fondmanager nicht Traut!Dass leider zu recht, man kann den meisten nicht Trauen, weil sie die Anleger hinters licht führen, um persöhnlich keine Probleme mit dem Arbeitgeber(Bank) zu haben! Beispiel:Ein Fondmanager kauft Im November, den bestgelaufenen Titel (Also Teuersten), verkauft vielleicht den schlechtesten Titel(Biliger titel ev.) um Ende jahr, den anlegern zeigen zu können:Schaut, die Börse war zwar schlecht, aber die guten titel haben wir dieses jahr gehabt!Dabei hat wahrscheinlich dieser Manager, dem Fond dadurch schaden zugefügt, indem er Biliges verkauft hat, und Teures dazugekauft! (Kurzfristig wahrscheinlich gut, weil, das teure wird noch teurer, das bilige noch biliger, langfristig aber eine kathastrophe!
    Darum, indexfons sind oft besser, als den Gros der Manager, weil solche schlechten Spielchen,wie gerade beschrieben, nicht noch vom Anleger bezahlt werden müssen!Im Weiteren:
    Fonds mit 200 Titeln,Quasi indexFonds, spiegeln nur die Unsicherheit der Fondmanager!
    Warum sollte ich dem 200 ztem titel noch Geld hinzufügen?Mit 200 Titeln, weiss der fondmanager nicht was er eigendlich will!
    Bin ich mir denn so unsicher mit meinen Titeln, dass ich noch dem200 Titel neues Geld hinzufüge??
    Und, pro Titel mäche dass 0,5 % aus, und dieser titel explodiert, 100 % in einem jahr , und man hätte also nur 0,5% dazugewonnen, weil zu wenig Geld in diesem titel war.

    Fazit:Indexfods sind den meisten Anlagefonds vorzuziehen, es sei denn, man befast sich mit der Materie, denkt anders als die Masse, und hat so die Kenntnisse, auf die Richtigen Fondmanager zu setzen!
    Bei mir ist dass BWM, sonst hätte ich nicht hier hineingeschrieben!

  • Jürg Bühler am 28.02.2015 um 16:08

    Ich habe mir gerade Ihren Classic Value Equity Fund angeschaut. Die Performance beginnt anfangs 2005 also ziemlich genau zehn Jahre her. Zur Zeit liegt der Fonds ziemlich genau beim gleichen Wert wie der Benchmark, der MSCI World in sfr.. Klar ist aber ersichtlich, dass die Volatilität im Fonds wie auch der grösste Einbruch vom Höchst erheblich grösser ist, was auf ein erheblich grösseres Risiko hinweist. Das Gewinn zu Risiko Verhältnis ist somit in der passiven (MSCI Benchmark) Strategie deutlich besser als in diesem Value Investment. Müsste man somit nicht sagen, dass in den letzten zehn Jahren das Investieren in eine Value Strategie riskanter und somit schlechter (da gleiches Ergebnis) war als in den Index (z.B. über einen ETF) zu investieren?

    • Georg von Wyss am 28.02.2015 um 20:24

      Ich würde hier zwei Ebenen trennen: die Performance vom Value-Stil insgesamt und die Performance unseres Fonds. Sicher haben wir in den letzten zehn Jahren, vor allem vor und während der Subprime-Krise, grosse Fehler gemacht, aber die haben mehr mit unseren eigenen Unzulänglichkeiten als mit Value-Investing als solches zu tun. Ich verweise auf unsere Jahresberichte von 2008 und 2009 und der entsprechenden Präsentationen für eine Analyse der Fehler und unserer Lehren daraus. Wir sind optimistisch, dass wir den Value-Stil in Zukunft besser umsetzen werden. Übrigens sind der Classic Value seit Lancierung 65% gestiegen (per 25.2.15 ) und der Index 53.4%. Ein Index-Fonds hätte aufgrund der Kosten rund 50% rentiert.

  • Sebastian Schug am 02.03.2015 um 13:10

    Zunnächst einmal vielen Dank für Ihre ehrliche, offene und auch selbstkrititische Berichtserstattung. Daran erkennt man sicherlich auch gute aktive Manager, die zumindestens mit ehrlichen Absichten an den Markt treten.
    Aber was ich eigentlich fragen wollte: Es gibt ja mittlerweile auch Indexfonds (ETFs) auf Value Indizes, die genau die von Ihnen genannte Value-Prämie passiv nutzen, indem sie mit einem rein quantiativen Valuescreening in die günstigsten Aktien aus einem Basisindex investieren. Sie investieren quasi genau so wie die von Ihnen oben erwähnten Studien. Somit komme ich bei diesen Produkten auch auf den Mehrwert (Value-Prämie), und das bei Gebühren von 0,3% p.a.. Aktiv gemanagte Valuefonds mit Gebühren von 1 bis 2% p.a. machen doch dann für den Anlager nur noch Sinn, wenn diese über die Valueprämie hinaus durch ihren aktiven Ansatz einen weiteren Mehrwert (nach Kosten) generieren, oder? Besten Dank

  • Thomas Braun am 02.03.2015 um 13:34

    Sehr geehrter Herr Schug

    Genauso ist es.

    Mit freundlichen Grüssen
    Thomas Braun

    • Sebastian Schug am 02.03.2015 um 14:12

      Sehr geehrter Herr Braun,

      wie genau kann ich Ihre Antwort verstehen? Sie argumentieren eingangs der Mehrwert aktiver Valueinvestoren liegt in der Valueprämie (belegt durch die Studien). Nun kann ich diese aber mittlerweile auch über kostengünstige ETFs erzielen. Also wäre doch die beste Anlage für mich ein passives Value-ETF, oder? Oder gibt es Hinweise darauf, dass aktive Valuestrategien (nach Kosten) noch besser funktionieren als passive Valuestrategien?

      Besten Dank

  • Thomas Braun am 02.03.2015 um 14:26

    Sehr geehrter Herr Schug

    Aktive Value-Anleger können eine Value-Prämie erzielen, die über den in den Studien erwähnten Werten liegen.
    So hat unser Classic Global Equity Fund seit Gründung im Dezember 1997 eine Prämie von gut 7%-Punkten pro Jahr (nach unseren Gebühren von 1.3% p.a.) erzielt.

    Thomas Braun

  • Hans Grob am 03.03.2015 um 22:19

    Es gibt noch einen weiteren Aspekt, einen der mehr philosophischen Art oder sogar der Lebensführung. Wer passiv investiert, scheint mir wie jemand, der an ein Pferderennen geht, aber nicht auf die Idee kommt, auf ein bestimmtes Pferd zu wetten. Gut, es mag einige Experten geben, die besser als der Durchschnitt informiert sind über die absoluten und relativen aktuellen Vorzüge der Renner, und somit Anlass haben, einen grösseren Betrag zu wetten. Der Laie wird aber besser auch etwas wetten, das macht ihm das Rennen doppelt interessant. Und doppelt schön, wenn man recht behält und dazu noch etwas Geld gewinnt.

    Deshalb kann ich dem passiven Investieren nichts abgewinnen. Das ist auch etwa so, wie wenn ich in bei einem Essen nur das im wesentlichen geschmacklose Wasser trinke aus Furcht, dass der Wein, das Bier, der Saft oder was immer unbekanntes auch verdorben sein oder mit nicht gefalle.

    Passives Investieren ist im übrigen auch nur möglich, wenn genügend andere Teilnehmer aktiv investieren. Auf jeden Fall ist aber passives Aktieninvestieren immer noch viel besser bezüglich Dabeisein am Puls der Wirtschaft als krudes Warten auf Eintreffen eines ’sicheren‘ Zinses. Und mir ist es recht, wenn ich dadurch mit wahrscheinlich richtigen Investitionsentscheiden eine Ueberrendite gewärtigen kann.

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