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Georg von Wyss am 24.03.2014

Fonds-Renditen in EUR und USD

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Auf der BWM-Webseite kann man seit neuem die Performance unserer Fonds auch in Euro und Dollar analysieren, eine Erleichterung für jene, die in diesen beiden Währungen denken oder unsere Fonds mit Euro- oder Dollaranlagen vergleichen wollen. Die Renditezahlen sind wesentlich höher als diejenigen im stärkeren Franken. Der Unterschied ist natürlich im Wesentlichen kosmetisch. Wir erklären warum.

Vor ein paar Tagen haben wir den Kalkulator für die Performance Berechnung unserer Fonds Classic Global und Classic Value auf dieser Webseite verbessert. Dies erlaubt neu die Berechnung der Performancestatistiken nicht nur in Schweizer Franken, sondern auch in Euro und US-Dollar. Der Kalkulator berechnet Performance-Grössen wie die Gesamtrendite oder die jährliche Durchschnittsrendite über jeden beliebigen Zeitraum unserer Fonds inklusive Vergleiche mit Börsenindizes wie dem MSCI oder dem SPI (Alpha, Beta, Tracking Error, etc.). In der Eingabemaske muss neu dafür nur die gewünschte Währung ausgewählt werden. Der Kalkulator rechnet dann die Nettoinventarwerte (NAV) und die ausgewählten Indizes in die entsprechende Währung um und benutzt diese Werte für die Analyse der Daten. Dadurch wird es für Sie einfacher, unsere Fonds mit Investitionen zu vergleichen, deren Preise in einer anderen Währung als dem Schweizer Franken angegeben werden.
Wie untenstehende Tabelle zeigt, sind die Resultate für unsere Fonds zufriedenstellend. Während der Classic Global Equity Fund seit seinem Start am 16. Dezember 1997 bis am 18. März 2014 in Schweizer Franken eine durchschnittliche jährliche Rendite von 10.7% erzielte, waren es in Euro 12.5% und in US-Dollar sogar 14.1%. Der Unterschied der Renditen des Classic Value Equity Fund ist noch frappanter. Es sieht so aus, als ob der Fonds in Dollar doppelt so rentabel gewesen wäre.

Classic Global Equity Fund vom
16.12.1997-18.3.2014
In CHF In EUR In USD
Jährliche Durchschnittsrendite 10.7% 12.5% 14.1%
Gesamtrendite 422.0% 578.6% 760.0%

 

Classic Value Equity Fund vom
06.10.2004-19.3.2014
In CHF In EUR In USD
Jährliche Durchschnittsrendite 4.6% 7.3% 8.7%
Gesamtrendite 52.7% 94.9% 120.9%

Betrachtet man die Gesamtrenditen des Classic Global Equity Fund über diesen Zeitraum, erkennt man einmal mehr die eindrückliche Kraft des Zinseszinseffekts. Die jährliche Durchschnittrendite von 10.7% in Franken führte per 18.3.2014 zu einem NAV von CHF 521.95, verglichen mit dem Start-NAV von CHF 100 am 16.12.1997. In Euro hingegen stieg der NAV nicht um das 5,2-fache, sondern dank des auf den ersten Blick relativ kleinen Unterschieds in der jährlichen Durchschnittsrendite von etwas weniger als 2%-Punkten annähernd um das 7-fache. Addiert man für den  Dollar-Anleger weitere 1.6 Prozentpunkte an jährlicher Durchschnittsrendite dazu, dann hat sich die Anfangsinvestition in den gut 16 Jahren gar annähernd verneunfacht!
Die Grafiken unten zeigen die Entwicklung der NAVs der Fonds in Franken, Euro und Dollar. Erwähnenswert ist, dass beide Fonds in Dollar bereits im Mai 2013 ihre alten Höchststände vom Mai 2007 übertroffen haben – und in Euro rund einen Monat später. In Franken warten wir noch immer auf diesen Moment. Sie sehen: Unser Leistungsausweis würde noch besser aussehen, wenn wir in Euro oder Dollar Rechnung legen würden.

Doch der Unterschied ist eigentlich kosmetisch, denn der Dollar-Investor hat zwar den grössten prozentualen Gewinn gemacht, aber auch die grösste Teuerung hinnehmen müssen. Hat er Ende 1997 für einen bestimmten Warenkorb noch 100 Dollar bezahlt, so muss er heute für den gleichen Warenkorb 148 Dollar auf den Tisch legen! (Übrigens: Dieser Artikel wendet sich an jedermann, der Dollars benutzt, ausser an Amerikaner.)* Ähnliches gilt für den Euro-Investor, der heute 137 Euro aufwenden muss für einen Warenkorb, der Ende 1977 noch 100 Euro gekostet hat. In der Schweiz lag die Inflation über diesen Zeitraum am tiefsten. Der Franken hat in den letzten gut 16 Jahren lediglich 10% von seiner Kaufkraft eingebüsst, sodass man heute im Durchschnitt 111 Franken für etwas bezahlen muss, das Ende 1997 100 Franken gekostet hat.
Erfreulicherweise hat die Performance des Classic Global Equity Fund die teuerungsbedingten Einbussen mehr als Wett gemacht. Mit einem Fondsanteil kann man heute in Franken 4.8 Mal soviel Güter kaufen als Ende 1997. Da der Franken gegenüber dem Euro und Dollar mehr zugelegt hat als durch die Inflationsdifferenzen erklärbar ist, kann man heute mit einem Fondsanteil in Euro sogar mehr als fünf Mal soviel kaufen wir vor gut 16 Jahren und annähernd sechs Mal soviel in US-Dollar. Mit anderen Worten: Der Franken ist momentan gegenüber dem Euro und dem Dollar überbewertet, wenn man ihn an seiner Kaufkraft bzw. der sogenannten Kaufkraftparität misst.
Theoretisch sollte dies nicht passieren. Entweder sollten die Preise in der Schweiz relativ zu jenen im Ausland sinken oder der Franken sollte sich so lange abwerten, bis ein gleicher Geldbetrag den gleichen Warenkorb kaufen kann – egal in welcher Währung. In der Praxis hingegen kann eine Über- bzw. Unterbewertung von Währungen gemessen an der Kaufkraftparität erfahrungsgemäss über einen langen Zeitraum anhalten. Der Franken ist bekanntlich bereits seit mehreren Jahren gegenüber dem Euro und dem Dollar überbewertet. Früher oder später wird er jedoch wieder auf den Gleichgewichtskurs gemäss Kaufkraftparität zurück fallen, wenn nicht sogar nach unten überschiessen. Doch es ist unmöglich vorauszusagen, wann dies eintreffen wird. Entsprechend ist es für Langfristinvestoren wie uns besser, nicht auf solche Bewegungen zu spekulieren. Falls Sie an der Frage interessiert sind, in welchen Fällen  wir Währungen absichern (normalerweise hedgen wir nicht) und weshalb Währungsabsicherungen für Langfristinvestoren wenig bringen, dann sollten Sie unsere Blog-Einträge vom Oktober und November 2012 lesen. Letzterer enthält auch eine Grafik zur Entwicklung der Kaufkraftparität CHF/USD über die Periode 1976–2012.

— Georg von Wyss

* Jedem, der der amerikanischen Steuergesetzgebung untersteht, ist es untersagt, unsere Fonds zu erwerben. Die regulatorischen Hürden, welche die USA einem Asset Manager – egal wo dieser auf der Welt angesiedelt ist – auferlegen, der einem ihrer Bürger dienen möchte, sind ganz einfach zu hoch bzw. zu aufwendig, um von uns überwunden zu werden.)

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