Logo

Erich Müller und Thomas Braun am 17.02.2014

Erwerb von Fondsanteilen: Sekundärmarkt verbessert

Kommentare: 0

Der Sekundärmarkt für Fondsanteile, in dem man Anteile jederzeit kaufen und verkaufen kann, ist liquider und transparenter geworden. Natürlich bleibt es so einfach wie schon immer, Fondsanteile direkt bei der Depotbank zu zeichnen bzw. zurückzugeben. In beiden Fällen muss man jedoch auf die Kommissionen der Hausbank achten.

Im März 2013 wurde an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange eine neue Handelsplattform geschaffen, das sogenannte Segment „Sponsored Funds“. Dieses erlaubt es Anlegern, Anlagefonds während der SIX-Handelszeiten jederzeit und zu einem bekannten Preis zu handeln, genau gleich wie Aktien oder die in den letzten Jahren immer beliebter gewordenen Exchange Traded Funds (ETF), also börsengehandelte Indexfonds.

Um einen funktionierenden Markt sicherzustellen, verlangt die Schweizer Börse, dass ein Händler als Market-Maker, auch Sponsor genannt, fungiert. Dieser ist verpflichtet, während der Börsenzeit jederzeit einen Geld- bzw. Briefkurs (Kauf-/Verkaufspreis) zu stellen. Zudem darf der Spread, d.h. die Differenz zwischen dem Geld- und dem Briefkurs, normalerweise nicht mehr als 2% ausmachen. Market-Maker für den Classic Global Equity Fund und den Classic Value Equity Fund ist die Bank Julius Bär, welche die treibende Kraft für das neue Segment war und die schon vorher über ihre eigene Bankenplattform einen sogenannten Sekundärmarkt für Fonds unterhalten hat – auch für unsere beiden Fonds. Der Vorteil des Sekundärmarkts ist, dass Sie Ihren Kauf- oder Verkaufsentscheid sofort und zu einem Ihnen bekannten Preis umsetzen können, und der grosse Vorteil der neuen Plattform ist der Umstand, dass neben der Bank Bär auch andere Banken Geld- und Briefkurse für unsere Fonds stellen können und somit Angebot und Nachfrage vergrössern. Das führt zu engeren Handelsmargen und damit für die Anleger zu besseren Kursen – wobei das Händlerteam der „Bären“ schon vorher faire Preise gestellt hat.

Unsere beiden Fonds waren von Anfang an im Segment „Sponsored Funds“ vertreten. Gemäss NZZ-Artikel „Das Beste aus zwei Fonds-Welten“ vom 27. Januar 2014 war der Classic Global Equity Fund im Dezember 2013 der meistgehandelte aller gut 300 Fonds von über 60 Fondsgesellschaften.
Im Sekundärmarkt stellt ein Händler die Kurse nach Angebot und Nachfrage. Neben einer Handelsmarge lässt er die aktuelle Börsenlage in die Kurse einfliessen. Überwiegt die Nachfrage, dann stellt er den Preis eher hoch, überwiegt das Angebot, dann stellt er eher tief. In Extremfällen wie einem Crash kann der Kaufpreis deutlich unter dem aktuellen NAV, also dem effektiven Nettoinventarwert des Fonds, liegen – eine Riesenchance für mutige Anleger. In normalen Zeiten liegen die gestellten Kurse im Allgemeinen jedoch in der Nähe des aktuellen NAV und können deshalb als fair bezeichnet werden. Die Aufnahmefähigkeit des Marktes ist gut, werden doch Aufträge bis zu einer Million Franken in der Regel problemlos gehandelt. Auch Beträge von bis zu CHF 5 Millionen sind möglich, doch empfiehlt es sich, in solchen Fällen mit der Bank Julius Bär Kontakt aufzunehmen (Tel: +41 58 888 87 34). Auf der Website der Schweizer Börse können die Kursstellung und die entsprechenden Volumen verfolgt werden. Man muss dazu im Suchfeld der Swiss Exchange lediglich Classic Global Equity Fund bzw. Classic Value Equity Fund eingeben:

http://www.six-swiss-exchange.com/funds/security_info_de.html?id=LI0008328218CHF4.

Kauft oder verkauft man Anteile über den Sekundärmarkt, belastet die Hausbank eine Kommission, auch Courtage genannt. Es entfällt die Ausgabe- bzw. Rücknahmekommission, welche Fonds den Anlegern belasten, wenn sie aus Emission zeichnen (siehe unten).

Selbstverständlich besteht nach wie vor die Möglichkeit, unsere Fonds über Emission wöchentlich zu zeichnen bzw. zurückzugeben. Dies hat den Vorteil, dass die Transaktion immer genau zum NAV plus der Zeichnungs- bzw. minus der Rücknahmekommission abgerechnet wird und die Händlermarge somit entfällt. Zudem kann jede beliebige Menge problemlos abgewickelt werden. Man erteilt der Hausbank einen Zeichnungs- bzw. Rückgabeauftrag. Die Hausbank leitet diesen Auftrag an die Depotbank unserer Fonds – die Liechtensteinische Landesbank in Vaduz – weiter. Annahmeschluss für Aufträge des Classic Global Equity Fund ist jeweils Dienstag 18:00 Uhr, für den Classic Value Equity Fund jeweils Mittwoch 18:00 Uhr. Der NAV wird aufgrund der Börsenschlusskurse vom Dienstagabend (Global) respektive Mittwochabend (Value) berechnet. Für die Abwicklung des Wertschriftenauftrags belastet die Hausbank, wie bei Aufträgen im Sekundärmarkt, eine Kommission.

Die Höhe der Kommissionen für Zeichnungen/Rückgaben bzw. Käufe/Verkäufe im Sekundärmarkt wird von jeder Bank selber festgelegt. Oft werden die gleichen Tarife wie für den Kauf von Schweizer Aktien angewandt. Wir haben keinen Einfluss darauf und empfehlen, sich bei der Hausbank vor der Transaktion zu erkundigen, wie hoch die Kommission sein wird. Lesen Sie zum Thema Bankgebühren unseren Blog-Eintrag vom 20.3.2013.
Zudem finden sie auf unserer Website eine Anleitung, wie Sie unsere Fondsanteile erwerben können.
– – Erich Müller und Thomas Braun

Kommentar schreiben

Die mit einem (*) markierten Felder müssen ausgefüllt werden.

*