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Thomas Braun und Erich Müller am 20.03.2013

Bankgebühren über 2% sind zu viel – Quervergleich sinnvoll

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Hohe Bankgebühren –was können Sie tun? Immer wieder beklagen sich unsere Kunden über (zu) hohe Bankgebühren beim Erwerb und der Aufbewahrung von Classic-Fondsanteilen, aber auch von anderen Fonds und anderen Wertpapieren. Was können Sie dagegen tun?

Es ist schwierig, eine allgemeingültige Empfehlung in Sachen Bankgebühren abzugeben. Die Banken sind frei bei der Gestaltung der Courtagetarife und Depotbankgebühren (wir haben leider keinen Einfluss darauf). Jede Bank hat ihre eigenen Ansätze. Zudem können sich diese über die Zeit ändern. Zu beachten ist ferner, dass die Höhe der Bankgebühren neben der Häufigkeit und Höhe der jeweiligen Börsentransaktionen auch davon abhängen kann, welche anderen Dienstleistungen Sie von Ihrer Bank noch beziehen. Zu guter Letzt bedingt eine höhere Servicequalität in der Regel höhere Gebühren.

Sicher sind beim Erwerb von Fondsanteilen Bankgebühren, die 2% und mehr betragen, überhöht, ebenso Depotbankgebühren von 0,25% und mehr, selbst wenn Sie keine grossen Summen investieren. Wesentlich günstigere Konditionen sind jedoch möglich. Vergleichen Sie diejenigen Ihrer Bank mit jenen anderer Banken. Holen Sie allenfalls Offerten von Konkurrenten ein und sprechen sie mit Ihrer Bank darüber. Oft sind die Konditionen bis zu einem gewissen Grad Verhandlungssache – wobei der Grad natürlich mit der Grösse Ihres Vermögens und dem Gesamtumfang Ihrer Geschäfte mit der Bank steigt. Wechseln Sie die Bank, wenn die Konditionen insgesamt deutlich schlechter sind als bei der Konkurrenz. Oft zeitigt bereits die Erwähnung, dass Sie einen Wechsel in Erwägung ziehen, Wirkung. Achten Sie immer auf allfällige Erhöhungen der Gebühren.

Wir haben zwar keinen Gesamtüberblick über die Gebühren der Banken, kennen aber – Stand heute – Beispiele für vernünftige Gebühren. Wenn Sie häufig Classic-Fondsanteile erwerben, zum Beispiel im Rahmen eines persönlichen Fondssparplans, ist die Liechtensteinische Landesbank (LLB) in Liechtenstein attraktiv, denn sie verlangt für Transaktionen mit unseren Fondsanteilen keine Courtage. Auch wenn Sie hin und wieder sehr kleine Beträge investieren und deshalb das Problem der Minimalcourtage haben (viele Banken verlangen mindestens 80-100 Franken pro Transaktion, was bei einem Investitionsbetrag von unter 2‘666.- Franken eine prozentuale Belastung 3% und mehr ausmacht), ist die Landesbank empfehlenswert. Hingegen verlangt die LLB Depotbankgebühren (0.22% bis zu einer Million Franken bzw. mindestens 80 Franken pro Jahr), die momentan nicht zu den tiefsten gehören.

Vernünftige Gebühren hat momentan auch die Migros Bank. Kaufs- und Verkaufsaufträge kosten für den Classic Global Equity Fund und den Classic Value Equity Fund 40 Franken pro Auftrag via E-Banking und 100 Franken via Telefonanruf an einen Berater. Da die Migros Bank die Zeichnungen über das UBS Fondszentrum abwickelt, werden zusätzlich 0.3% des Nettoinventarwerts in Rechnung gestellt. Die Depotbankgebühren liegen bei 0.19 % bis 750‘000 Franken oder mindestens 30 Franken pro Jahr.

Als günstigste Depotbank mit 0% (gratis) gilt zurzeit die PostFinance. Wie lange das so bleibt, weiss aber niemand. Für online handelbare Fonds verlangt die PostFinance heute 1% bei der Zeichnung (Mindestzeichnungsbetrag: 2‘000 Franken) und 0% bei der Rücknahme von Anteilscheinen. Aktuell sollten auch unsere Fonds unter diese Regel fallen.

Vielleicht helfen Ihnen diese Beispiele, die Konditionen bei Ihrer Bank einzuschätzen und allenfalls neu zu verhandeln – oder im Fall von überrissenen Gebühren gar die Bank zu wechseln.

Zu guter Letzt sei in Erinnerung gerufen, dass beim Erwerb von Classic-Fondsanteilen aus Emission zusätzlich zu den Bankgebühren eine Ausgabekommission von 0.3% des Nettoinventarwerts anfällt. Diese geht aber nicht an die Fondsgesellschaft oder Fondsverkäufer, sondern wird dem Fonds gutgeschrieben, um damit die ihm entstehenden Transaktionskosten zu decken, wenn das zufliessende Geld investiert wird. Damit werden jene Anleger geschützt, die bereits im Fonds investiert sind – sie müssen nicht die Transaktionskosten tragen, die durch Neuanleger ausgelöst werden. Das Gleiche gilt übrigens für Rücknahmen: auch hier fällt eine Kommission von 0.3% zugunsten des Fonds an.

–Thomas Braun und Erich Müller

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