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Thomas Braun am 30.06.2012

Fonds-Umtauschvorschläge: Was Sie beachten sollten

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Anlageberater sind unter Druck, zusätzliche Erträge zu generieren. Entsprechend schlagen verschiedene Banken ihren Kunden vor, ihre Portfolios umzulagern und bestehende Fonds in andere Fonds umzutauschen. Was man dabei beachten sollte.

Selbstverständlich ist es sinnvoll, bestehenden Anlagen regelmässig kritisch zu hinterfragen und sie auszutauschen, wenn von anderen Anlagen bessere Resultate erwartet werden können bzw. wenn sie dem persönlichen Anlageziel voraussichtlich besser dienen werden. Um dies abzuklären, sollten Sie als Anleger sich bzw. ihrem Bankkundenberater folgende Fragen stellen:

Hat der empfohlene Fonds einen überzeugenden langfristigen Leistungsausweis?

Oft werden Fonds empfohlen, die per Zufall gerade eine gute Phase hinter sich haben, aber langfristig nicht besser oder gar schlechter sind als der Referenzindex oder der zu ersetzende Fonds. Da Banken in der Regel über eine grosse Fondspalette verfügen, haben sie immer Produkte, die gerade „gut laufen“. Manchmal werden sogar Fonds empfohlen, die gerade neu aufgelegt worden sind und noch gar keinen Leistungsausweis haben!

Zudem gilt es im Auge zu behalten, dass auch langfristig erfolgreiche Fonds nicht in jedem einzelnen Jahr gut abschneiden – wie die Anleger unserer Classic Fonds nur all zu gut wissen. Nach schlechten Phasen kommen bei langfristig guten Fonds aber wieder gute. Es stellt sich somit die Frage, ob man diese Fonds nach besonders schlechten Zeiten nicht wieder kaufen bzw. aufstocken sollte, sie aber nach einer besonders erfreulichen Phase – entgegen dem dann guten Gefühl gegenüber dem Fonds – eher verkaufen bzw. abbauen sollte.

Arbeitet der Fonds nach vernünftigen, für den Anleger nachvollziehbaren Prozessen?

Wenn nicht, ist Vorsicht geboten.

Wer ist der Manager der Fonds und ist heute noch der gleiche Manager verantwortlich wie während der erfolgreichen Phase des Fonds?

Bei aktiv gemanagten Fonds spielt der Portfoliomanager eine entscheidende Rolle. Es ist daher wichtig zu wissen, wer den Fonds verwaltet und was für einen Leistungsausweis der Manager hat. Zudem macht es einen Unterschied, ob der Portfoliomanager einen wesentlichen Teil seines eigenen Geldes in den von ihm verwalteten Fonds investiert hat und damit an sein Produkt glaubt oder nicht.

Wie regelmässig und transparent informiert der Fonds?

Der Anleger sollte auf transparente, nachvollziehbare Weise regelmässig über die Käufe und Verkäufe im Fonds informiert werden. Zudem ist es ein Vorteil, wenn er bei wichtigen Fragen direkten Zugang zum Portfoliomanager hat, sprich ob er direkt mit dem verantwortlichen Koch sprechen kann, wenn die Suppe versalzen ist oder ob er mit dem Kellner Vorlieb nehmen muss.

Wie hoch sind die Kosten des Fonds?

Es gibt zum Teil erhebliche Unterschiede in den Kosten, welche Fonds in Form von Verwaltungsgebühren, Depotbankgebühren, etc. jährlich zu tragen haben. Diese müssen heute einheitlich in Form der sogenannten Total Expense Ratio (TER) ausgewiesen werden. Vergleichen Sie die TER der Fonds.

Zudem fallen beim Wechsel einmalige Transaktionskosten in Form von Courtagen und Gebühren beim Verkauf des alten wie auch beim Kauf des neuen Fonds an. Diese sollte Sie ebenfalls kennen und bei Ihrem Entscheid berücksichtigen.

Sind diese Fragen beantwortet, dann können Sie einen fundierten Entscheid fällen.

 

–Thomas Braun

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